Verpflichtende Energieaudits voraussichtlich ab 2015 für große Unternehmen

Große Unternehmen werden zur Durchführung regelmäßiger Energieaudits verpflichtet. Das sieht eine EU-Richtlinie vor, an die jetzt das deutsche Energiedienstleistungsgesetz angepasst werden soll.

 

Zum 1. Januar 2015 hat die Bundesregierung mit der Richtlinie über die Förderung von Energieberatungen im Mittelstand vom 28. Oktober 2014 die Zuständigkeit für Förderungen im Mittelstand auf das BAFA übertragen. Zugleich wurde die Förderung der Energieberatung durch die KfW eingestellt. Bei den begünstigten Energieberatungen handelt es sich nun um hochwertige Energieaudits im Sinne der EU-Energieeffizienzrichtlinie.

 

Die fortan geltenden Bedingungen für die Beratung weichen z. T. deutlich von den alten Förderungsbedingungen ab. Dazu einige Beispiele:

 

• Betriebe mit mehr als 10.000 € Energiekosten erhalten 80 Prozent der Beratungskosten, jedoch max. 8.000 €.

• Betriebe mit weniger als 10.000 € Energiekosten erhalten ebenfalls 80 Prozent der

Beratungskosten, allerdings max. 800 €.

• Die Energieberatung muss durch einen von der BAFA zugelassenen Berater erfolgen.

• Die Beratung soll sich an der Struktur der DIN EN 16247-1 orientieren (Energie-audit).

• Es sollen die Aspekte Gebäudehülle, Gebäudetechnik, Produktionsprozesse und Transport betrachtet werden. Eine begründete Einschränkung ist möglich.

• Es stehen keine Muster für den Beratervertrag oder den Abschlussbericht mehr zur Verfügung.

 

Aufgrund der erst vor kurzem erfolgten Einführung der Richtlinie gibt es damit derzeit noch keinerlei Erfahrungswerte, auf die zurückgegriffen werden könnte. Daher sind momentan nur allgemeine Hinweise möglich: Da die Förderung nur ausgezahlt wird, wenn der Abschlussbericht vom BAFA akzeptiert wird (Nachbesserungen sind möglich), sollte ein beson-deres Augenmerk auf die Formulierung des Beratervertrages gelegt werden.

 

 Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass Gegenstand des Beratervertrages das Herbeiführen eines Erfolges sein sollte, also die Bewilligung der Förderung durch das BAFA (gemäß der Richtlinie über die Förderung von Energieberatungen im Mittelstand vom 28.10.2014). Das bedeutet, die Energieberatung und die Erstellung des Abschlussberichtes müssen richtlinienkonform erfolgen.

 

 Weiterführende Informationen finden Sie bei der BAFA unter: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/energieberatung_mittelstand/index.html

 

 Unternehmen, die an der Klimainitiative der Verbände beteiligt sind, haben ebenfalls einmalig eine Energieeffizienzanalyse durchzuführen. Bisher wurde die von der KfW geförderte Initialberatung „Energieeffizienz“ empfohlen. Diese wird zukünftige ebenfalls durch die von der BAFA geförderte Energieberatung Mittelstand ersetzt. Durch die Beratung werden Ener-gieeinsparpotenziale in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erschlossen. Konkrete Vorschläge für wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen, die zur Steigerung der Energieeffizienz führen, sind das Ergebnis.

 

Kontakt: Marko Graumann, Institutsleiter, m.graumann@ird-online.de